Das „Rhinluch“ in Brandenburg ist Lebensraum zahlreicher seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Ein Teil davon ist das „Linumer Teichgebiet“, welches durch einen einfachen Wanderweg  mit einigen Aussichtshütten und Aussichts-Türmen erschlossen wird.

Das ist in diesem Frühsommer unser Ziel. Wir stärken uns mit Kaffee und Brötchen, wappnen uns mit etlichen Litern Mückenschutzmittel und greifen unsere Kameras. Schon von weitem hören wir das Geschrei der Möwen und Seeschwalben, die auf dem Teich zwei raubtiergeschütze Brut-Flöße haben.

Das Wetter ist kühl und windig, angenehme Bedingungen zum Fotografieren. Einige Flussseeschwalben, Libellen und Rohrsänger lassen sich ablichten.

Am Ende der gut ausgebauten Wegstrecke führt ein Pfad ca 1,5 km zu einem weiteren Aussichtsturm. Der Pfad ist wohl lange nicht begangen oder gepflegt worden, wir bahnen uns den Weg durch Gras, meterhohes Schilf und durch umgestürzte Bäume. Es kommt Urwaldfeeling auf.

Dann schlängeln uns am giftigen Riesenbärenklau vorbei, der oft in den Weg hineinragt. Zum Glück werde ich gewarnt, dass diese Pflanze hochgefährlich ist. Kommt die Haut mit der Pflanze in Kontakt und trifft dazu noch Sonnenlicht darauf, bilden sich leichte bis teilweise schwere Verbrennungen. Also bin ich doppelt vorsichtig.

Endlich erreichen wir den menschenleeren Beobachtungsposten und verbringen einige vergnügliche Stunden mit der Entdeckung verschiedenster Tiere. Von Raubvögeln über Biber, von Rohrsängern über Schnäpper bis zum Adler ist alles dabei. Das Buch „Was fliegt denn da“ , eine App mit Vogelstimmen und die Kompetenz meiner Begleiterin lassen mich viele Vögel entdecken.

Am Aufregendsten: Ich kann ein Blaukehlchen fotografieren, das ich vorher noch nicht einmal kannte. Ein Fischadler lässt sich blicken, der Neuntöter posiert auf einem Gebüsch und Weihen und Bussarde schweben vorbei.

 

 

 

Ein nicht näher identifizierter Greifvogel gleitet heran. Ich mache schnell ein paar Bilder, bevor er hinter einer Baumgruppe verschwindet. Sie sind von der Qualität nicht gut, sollen uns aber bei der Identifikation helfen.

 

 

 

 

Auf dem Rückweg kommt die Sonne durch, es wird brüllend warm. Auch die lästigen Bremsen bleiben nicht aus, was bei mir wie immer zu Panik-Attacken führt. Trotzdem waren wir dem Pirol ganz nahe und ein junger Schwan marschierte auf dem Weg und beschwerte sich.